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Frankreich erlässt Haftbefehl wegen „Entführung durch die Eltern“ in Japan

Nach wie vor kein gemeinsames Sorgerecht vorgesehen in Japan

Die französischen Behörden haben einen Haftbefehl gegen eine Japanerin erlassen, deren zwei Kinder ihrem Vater vorenthalten wurden. Dieser Fall hat die Debatte über die „Entführung durch die Eltern“ in Japan wiederbelebt.

Vincent Fichot, der Vater der Kinder und gebürtiger Fanzose, lebt in Japan und zog internationale Aufmerksamkeit auf sich, bei seinem Versuch mit seinen Kindern wieder in Kontakt zu kommen. Sein Sohn und seine Tochter wurden 2018 von der Mutter entführt, so seine Aussage.

Einer vertrauenswürdigen Quelle, die auch Fichot nahesteht, erließen die französischen Behörten den internationalen Haftbefehl wegen des Vorwurfs der Entführung durch die Eltern und der Gefährdung von Minderjährigen.

Die französische Botschaft wollte sich zu dem Fall nicht äußern.

Das japanische Recht enthält keine Bestimmungen für ein gemeinsamen Sorgerecht, wenn die Eltern sich scheiden lassen. Den Behörden wird seit langem vorgeworfen blind zu sein, wenn ein Elternteil dem Anderen keinen Zugang zu den gemeinsamen Kindern gewährt.

Während der Olympischen Spiele in Tokyo ging Fichot in einen 3-wöchigen Hungerstreik. Er wollte damit auf seinen Fall aufmerksam machen. Nach eigener Aussage erhielt er Unterstützung von vielen Eltern, sowohl Ausländern als auch Japaner, die sich in einer ähnlichen Situation befinden.

Der Anwalt von Fichots Frau lehnte es ab, sich zu dem Haftbefehl zu äußern.

„Die Scheidungsverfahren laufen. Wir haben keine Lust, außergerichtlich zu streiten“, erzählte er gegenüber der AFP

Es gibt keine offiziellen Zahlen, aber Rechtsgruppen gehen davon aus das ungefähr 150.000 Minderjährige jährlich gewaltsam von einem Elternteil getrennt werden.

Der Fall Fichot wurde vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron während eines Besuchs im Land für die Olympischen Spiele mit japanischen Beamten zur Sprache gebracht.

Fichot hat sich anderen Eltern angeschlossen, um eine Beschwerde gegen Japan wegen dieses Problems vor einer UN-Rechtsbehörde einzureichen.

etb-hih/sah/je

Quelle:
2021 AFP

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