Review: Saga of Sins

Sünden ausmerzen, um die Pest zu vertreiben

Original Titel:

Saga of Sins

System:

PlayStation 4 |

Spieler:

1 |

Release:

30 März 2023

Publisher:
Just For Games
Entwickler:
Bonus Level Entertainment
Genre:
Adventure, Jump’n‘Run, Shooterspiel
Release:
30 März 2023
Platform:
PlayStation 4, PlayStation 5, Nintendo Switch, Xbox One, PC
Preis:
39.99 €

Willkommen in dem kleinen Dorf Sinwell, wo statt herzlicher Begrüßung nur Probleme warten. Ein friedliches und ruhiges Leben wäre wohl auch zu viel verlangt.

Review: Saga of Sins

Wenn es doch nur so einfach wäre…

Wir schlüpfen in die Rolle des Ritters Cecil, der offenbar nach vielen langen Jahren des Krieges in den Kreuzzügen, in sein kleines Heimatstädtchen Sinwell zurückkehrt. Doch ein wenig Entspannung ist noch nicht in Sicht, denn gerade angekommen sprechen wir mit dem Vorstand der örtlichen Kirche, Meister Uriel, der auch sofort darüber klagt, dass die Pest in der Stadt Einzug gehalten hat. Dennoch dürfen wir uns zunächst für die Nacht zurückziehen und werden sogleich mit Albträumen konfrontiert, in denen eine Stimme zu uns spricht und uns scheinbar zu korrumpieren versucht, welch Freude.

Review: Saga of Sins

Am nächsten Morgen mehr oder weniger ausgeruht machen wir uns wieder auf den Weg zu Meister Uriel. Auf dem Weg dorthin stolpern wir bereits über schlafende Betrunkene, die unsere Rückkehr auch ohne unsere Anwesenheit offenbar ordentlich gefeiert haben. Meister Uriel offenbart uns dann, dass er glaubt die Sünden der Städter seien der verantwortliche Auslöser für die anhaltende Pest. Er trägt uns auf, die Sünder aufzusuchen und diese zu befreien indem wir in ihren Geist eindringen und dort die Ursache der Sünde ausmerzen. Gesagt, getan.

Review: Saga of Sins

Interessantes Konzept, verschenktes Potenzial

Einmal in die Gedanken der Menschen eingedrungen nehmen wir dort die Gestalt einer Kreatur an um die angreifenden Dämonen zu bekämpfen. Das ist für den Beginn erst mal nur der Werwolf. Später kommen noch drei weitere Kreaturen, mit individuellen Vor- und Nachteilen für jede Situation und Gegnerart dazu. In guter alter Jump`n`Run-Manier wagen wir uns jetzt also zu dem Kern des Problems vor und sammeln nebenbei fleißig Münzen, um unsere Fertigkeiten später aufzuwerten. Oder man schlüpft in die Gedanken der Unschuldigen, die hier und da im Spiel verteilt sind, um sich zusätzliche Münzen zu sichern. Im Gegensatz zu den Kämpfen in den Gedanken der Sünder, bieten die Gedanken der Unschuldigen eine Vielfalt an Puzzles, Rätseln und Geschicklichkeitstests.

Review: Saga of Sins

Für jede der sieben Todsünden der Menschheit gibt es drei Sünder zu befreien, wobei der dritte Sünder bereits den Bosskampf für die jeweilige Sünde darstellt und erst nach abschließen der beiden anderen zur Verfügung steht. Die Bosskämpfe sind absolut einzigartig und insgesamt recht knifflig, was bedeutet, dass es darum geht, das richtige Muster oder die richtige Kreatur zum Angreifen zu finden. Nach jedem Kampf beendet man automatisch den Tag und wird in seine Kammer in der Kirche zurückteleportiert, sodass man über eine Marienstatue gleich Zugriff auf den „Skill-Tree“ hat, die mit zunehmend freigeschalteten Gebieten auch als Teleport-Punkt fungiert. Fertigkeiten sind hier z.B. mehr Gesundheit oder mehr Angriffskraft für die verfügbaren Kreaturen.

Review: Saga of Sins

Grafik, Animation und Sound

Die absolut detailreiche und auch detailverliebte 2D-Grafik hat eine gewisse liebevolle Retro-Optik, die an ältere Spiele des Genres erinnert und einen an seine Jugendjahre zurückdenken lässt. Jedes Level hat seine eigene individuelle Gestaltung und Herausforderung, auch wenn diejenigen, die zur selben Sünde gehören eine zusammenpassende Gestaltung haben. Zum Beispiel haben Trägheit-Levels eine Art Flüssigkeit auf dem Boden, die dich sehr langsam macht, während Feinde in Neid-Levels Gold stehlen, wenn sie dich treffen. Dies ist eine großartige Möglichkeit, jede Sünde darzustellen, während Sie versuchen, gegen sie zu kämpfen. Insgesamt repliziert die Grafik das Aussehen eines Buntglasfensters in einer Kirche, die Art und Weise, wie Feinde Risse bekommen, wenn sie Schaden erleiden und beim Tod wie Glas zerspringen verstärkt diesen Effekt umso mehr.

Review: Saga of Sins

Die Animation ist insgesamt eher minimalistisch, während man sich in der „realen“ Welt befindet, sind es meist nur kleine Details des sonstigen „Standbildes“, die sich tatsächlich bewegen, abgesehen von der Spielfigur Cecil und den Städtern natürlich, aber auch das ist wunderbar in Szene gesetzt. Die Sprachausgabe des Spiels ist Englisch, allerdings ist selbstverständlich eine Auswahl an Sprachen für die Untertitel in Form von Sprechblasen vorhanden.

Der Sound ist insgesamt recht düster um eine bedrückte Atmosphäre zu schaffen, die die dystopische Situation einer von Pest geplagten Stadt widerspiegelt. Es fügt sich gut in den Hintergrund ein und ist meist unauffällig, auffälliger ist da das „Gegacker“ der Dämonen, wenn man in einem Kampf-Level ist.

So schreitet das Spiel also voran, man befreit Sünder um Sünder, wird fortwährend von Alpträumen geplagt, die sich mit fortsetzenden Spielverlauf auch in der wachen Welt manifestieren und zunehmenden Wahnsinns seitens Cecil anzudeuten scheinen. Meister Uriel wird dabei von Tag zu Tag suspekter und fragwürdiger in seinen Handlungen und ich rieche da einen weiteren Plot Twist zum Ende des Spiels.

Review: Saga of Sins

Fazit

Saga of Sins ist ein guter Zeitvertreib für Zwischendurch. Das Gameplay, lässt je nach Perspektive oder Erwartung einiges zu wünschen übrig. Es ist jedoch eine einzigartige Erfahrung, die es wert ist, erkundet zu werden. Ich würde das Spiel jedem empfehlen, der diese Art von 2D-Action mag. Die kurze Spieldauer könnte es sogar zu einem guten Ausgangspunkt machen, wenn du daran interessiert bist, dieses Genre auszuprobieren. Wenn du jedoch nach einer sehr tiefgründigen Geschichte oder einem abwechslungsreichen Gameplay suchst, wirst du hier keines finden.

Mein ganz persönliches Fazit

Ich persönlich bin eher ein Fan von Rollenspielen mit tiefgreifender Story und kein großer Fan von Jump’n’Run-Games um nicht zu sagen ich bin absolut schrecklich darin. Die Story des Spiels ist an sich eigentlich in vielleicht 7-8 Stunden durchgespielt, aber durch fehlendes Talent in diesem Genre war es an so einigen Stellen einfach nur durch und durch frustrierend für mich und hat mich „unnötig“ viel Zeit gekostet. Ich mochte das Konzept der verschiedenen Formen und das Freischalten sehr, aber ich wünschte, sie hätten ein bisschen mehr getan, um sich voneinander zu unterscheiden. Kleine Dinge wie z.B., dass sich die Werwolf-Form schneller bewegt als die anderen, oder dass eine Form widerstandsfähiger gegen physische Angriffe ist. Vielleicht sogar ihnen verschiedene mächtige Angriffe zu geben, anstatt dass sie alle den gleichen Power Dash haben, das hätte viel dazu beitragen können, dass sie sich einzigartiger anfühlen. Außerdem waren die ersten beiden Level noch sehr kurz was an sich nicht schlecht ist, aber dadurch habe ich mich in den ersten Bosskampf regelrecht reingeworfen gefühlt, ohne ausreichend vorbereitet gewesen zu sein.

 

Ein absolut riesiger Pluspunkt ist für mich ganz klar die Grafik, ganz ehrlich ich habe zu Beginn eines jeden Levels oder einer neuen Szene erst mal ein paar Minuten nur dazu genutzt um die aufwändig gestalteten Hintergründe zu bestaunen und zu würdigen. Was mir persönlich auch sehr gefallen hat, war diese gewisse Detailverliebtheit, so wurde z.B. nach jedem „Aufwachen“ in Cecils Kammer eine Art Strichliste an der Wand geführt wie viele Tage vergangen waren oder die Zeichnungen an der Wand von den Dämonen in unseren Alpträumen wurden immer mehr; sogar die Bilder, die die Alpträume selbst dargestellt haben, haben sich mit der Zeit verändert, war während unseres ersten Alptraums der Apfel noch gesund und saftig, wurde dieser über Zeit immer schimmliger und später sogar mit Maden durchsetzt.

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Adventure, Jump’n‘Run, Shooterspiel
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39.99 €
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