Review: Crystar

Keine Träne fließt umsonst

Original Titel:

Crystar

System:

Nintendo Switch |

Release:

1 April 2022 |

Spieler:

1

Publisher:
FuRyu (Japan), Spike Chunsoft (weltweit), NIS America, Inc. (weltweit Switch)
Entwickler:
Gemdrops Inc.
Genre:
Action, JRPG, Kampf
Release:
1 April 2022
Platform:
PlayStation 4, Nintendo Switch, PC
Preis:
49.99 €

Stell dir vor du erwachst als Schmetterling in einer fremden und seltsamen Welt. Du weißt weder wie du dahin kamst, noch was du vor deinem Erwachen dort gemacht hast. Selbst deinen Namen hast du vergessen. Die einzigen anderen Lebewesen sind ebenfalls Schmetterlinge. Bei kurzen Gesprächen stellst du fest, niemand scheint sich an seine Vergangenheit zu erinnern.

Game Review: Crystar

Genau diese Erfahrung macht die Hauptfigur von Crystar. Glücklicherweise kann der Schmetterling sich an Bruchstücke der Vergangenheit erinnern und schließlich an einen Namen. Sie heißt Hatada Rei. Sobald ihr das klar wird, erlangt Rei ihre menschliche Form zurück. Leider ist sie nicht alleine in dieser seltsamen Welt. Ihre geliebte kleine Schwester Mirai ist ebenfalls dort. Gemeinsam suchen die Schwestern einen Ausweg.

Game Review: Crystar

Unterwegs werden die Schwestern von einem „Monster“ angegriffen und Mirai stürzt in die Tiefe. In ihrer Verzweiflung, ihre Schwester nicht beschützt zu haben, erhält Rei Hilfe von einem Guardian. Dieser stellt sich als Heraclitus vor und verleiht ihr die Kraft gegen die „Monster“ zu kämpfen. Rei macht sich auf die Suche nach ihrer Schwester. Eine unbekannte Frau stellt sich ihr in den Weg.

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Die Frau stellt sich als Anamnesis vor und erklärt den Mädchen, dass sie sie in diese Welt geholt hat. Der Grund ist einfach: Sie benötigt so viele Seelen wie möglich. Rei ist wütend auf sie und greift sie an.

Zwar kann Rei die Frau nicht besiegen, jedoch zieht sie sich zurück, da sie Rei interessant findet. Die Schwestern sind wieder vereint, doch das Glück währt nicht lang. Rei hat ihre neuen Kräfte noch nicht völlig unter Kontrolle und tötet Mirai.

Rei ist völlig verzweifelt. Allerdings ist Anamnesis nicht die Einzige, die auf sie aufmerksam wurde. Zwei Dämonen, Mephis und Pheles, tauchen auf und machen Rei ein Angebot. Sie arbeitet für sie und jagt die „Monster“ in dieser Welt als Executor. Im Gegenzug helfen die Beiden ihr dabei, die Seele ihrer Schwester zu retten. Sollte sie dieses Angebot ausschlagen, gleitet die Seele von Mirai immer weiter durch Purgatory. Wenn sie das Ende erreicht hat, wird Mirais Seele wiedergeboren, ohne jegliche Erinnerung an ihr vorheriges Leben. Ihre Tat zutiefst bereuend, sieht Rei keine andere Möglichkeit als den Vertrag zu unterzeichnen.

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Wird Rei es schaffen die Seele ihrer Schwester zu retten?

Rei`s Zimmer, ein Rückzugsort

Nachdem Rei den Vertrag unterschrieben hat, findet sie sich in ihrem Zimmer in der Realen Welt wieder. Zunächst hielt sie alles für einen bösen Traum, bis eine der Dämoninnen sie anruft und ihr erklärt, wie sie zurück nach Purgatory kommt.

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Der Spiegel in ihrem Zimmer dient als Portal. Dort kann sie auch sehen, wenn sie einen neuen Auftrag, genannt Ordeal erhalten hat. Wenn der Ordeal abgeschlossen wurde, kommt sie automatisch zurück in ihr Zimmer und kann sich dort erholen.

Purgatory, eine gefährliche Welt

Wenn Rei vor dem Spiegel steht und mit der Markierung an ihrem Handgelenkt interagiert, gelangt sie zurück nach Purgatory.

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Die beiden Dämonen erklären ihr, dass es als Executor es Reis Aufgabe ist gegen die „Monster“ zu kämpfen. Die „Monster“ werden unterteilt in Specters und Revenants. Mit dieser dürftigen Information schicken sie Rei auf ihre erste Mission. Aber völlig wehrlos ist Rei natürlich nicht, sie hat ihren Guardian dabei und bei einem Händler kann sie sich mit nützlichen Items eindecken. Der Händler wird übrigens in Seelensplittern bezahlt, die du während der Ordeals sammelst. Übrigens ist das alles völlig legitim, der Händler hat eine Erlaubnis der Dämonen für den Shop.

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Das Angebot ist recht interessant. Rei erhält dort keine Tränke, sondern Süßigkeiten. Mit Zartbitterschokolade wird beispielweise die Energie wieder aufgefüllt. Du musst übrigens nicht jedes Item einzeln auswählen. Du kannst mehrere Items auswählen, zum Beispiel Schokolade und Katzenzungen, und dann den Kaufen-Button klicken. Et voilà, alles beides wurde gekauft, ohne zweimal in den Shop gehen zu müssen oder alles separat auswählen und umständlich einzeln zu kaufen.

Eine gute Sache, die das Spiel ebenfalls mitbringt, ist die Möglichkeit in den Einstellungen die Verwendung der Items auf „Automatisch“ zu stellen. So kann man sich in den Kampf stürzen ohne befürchten zu müssen, dass einem zu schnell die Energie ausgeht. Sobald ein gewisses Level erreicht wurde, wird automatisch die Schokolade gegessen und Lebenspunkte wieder hergestellt.

Apropos Kämpfe, diese finden in Echtzeit statt. Am Anfang sind sie etwas schwer, aber sobald man die ersten Skills freigeschaltet hat, werden sie leichter. Die Gegner werden sowohl auf der Karte als auch auf der Mini-Map angezeigt. Du kannst dir also jederzeit einen Überblick über die verbleibenden Gegner schaffen.

Der Ordeal gilt als abgeschlossen, sobald am Ende der letzte Revenant besiegt wurde. Jedoch einen Beigeschmack hat dieser Sieg. Jeder Revenant, der besiegt wurde, belegt Rei mit einem Torment. Davon kann man insgesamt 10 erhalten und diese schmälern die Angriffskraft. Es gibt aber auch einen Weg, wie man sie loswird – dazu erzähle ich dir später etwas.

Nach ihrem ersten Ordeal ist Rei total fertig. Sie wurde hart von der Realität der Welt Purgatory getroffen. Specters und Revenants waren einst Menschen, die durch den Tod in diese Welt kamen. Purgatory dient eigentlich der Reinigung der Seelen. Mephis und Pheles sind die Wächter. Als Wächter ist es ihre Aufgabe, das Gleichgewicht in Purgatory zu wahren und dafür benötigen sie Executors, wie Rei, die gegen jene Seelen kämpfen, die die anderen Seelen bedrohen.

Rei möchte nicht mehr kämpfen nach dieser Erkenntnis, jedoch erinnern die Dämonen sie daran, dass dies der einzige Weg ist ihre Schwester zu retten. Wenn es sie so mitnimmt, kann sie ja gerne heulen, wenn es ihr denn hilft. Und genau das tut Rei auch.

Wieder zurück in den eigenen vier Wänden

In ihrem Zimmer vergießt sie zukünftig Tränen für ihre besiegten Feinde.

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Dadurch bekommt Rei wieder einen freien Kopf und auch die Torments sind verschwunden. Ein weiterer Nebeneffekt – du erhältst Sentiments.

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Du fragst dich sicher wofür die gut sind. Ganz einfach – das ist deine Ausrüstung. Mit einigen Sentiments kannst du Rüstungen oder Waffen verbessern. Auch Items können dabei rauskommen. Ein wenig Glücksspiel ist hier dabei.

Und wie in jedem guten RPG darf natürlich auch das Farmen nach Material nicht fehlen. Also schnapp dir ein paar Süßigkeiten, denn du wirst früher oder später Anfangen frühere Ordeals erneut zu machen, damit du genug Material zur Herstellung hast. Für die Herstellung benötigst du natürlich auch Seelensplitter.

Aber das ist nicht das Einzige was du in dem Zimmer machen kannst. Das Spiel bringt eine Auswahl an Outfits mit, diese kannst du in Reis Zimmer wechseln. Einige Outfits haben besondere Effekte, aber entgegen der Beschreibung funktionieren diese nur bei dem Charakter, der dieses auch trägt. Leider gibt es keine Vorschau. Du kannst also erst sehen was du trägst, wenn du nach Purgatory zurückkehrst.

Du kannst auch einen Blick in das Album werfen. Hier findest du nützliche Informationen über deine Gegner, oder Purgatory an und für sich – inklusive eines Glossars mit sämtlichen „Fachbegriffen“.

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Ein eher süßes Detail sei noch zum Schluss erwähnt. Rei besitzt eine Hündin namens Thelma. Diese kannst du streicheln. Auch wenn ich noch nicht herausgefunden habe, wofür es gut ist, ist es einfach ein nettes Detail, dass sich die Entwickler hier ausgedacht haben.

Nicht lange alleine

Soweit so gut. Anfangs muss sich Rei alleine durchschlagen. Doch schon bald erhält sie Unterstützung von einem weiteren Executor. Ihre neue Freundin, Kokoro, hat zwar ihre eigenen Ziele, beschließt allerdings an Reis Seite zu kämpfen. Die Motivation dahinter ist recht einfach, durch die Zusammenarbeit mit Rei erhofft sich Kokoro schneller an ihr Ziel zu kommen. Und Kokoro soll nicht die einzige Unterstützung gewesen sein.

Das gute dabei ist, jede Kämpferin hat ihren eigenen Kampfstil. So kann man je nach Gegnergruppe entscheiden, wen man einsetzt oder die Charaktere bei niedrigen HP schnell auswechseln. Herum probieren lohnt sich, um so die beste Strategie herauszufinden.

Trist vs. Bunt

Sowohl in Reis Zimmer als auch in Purgatory hat man eine schöne 3D-Grafik. Die Entwickler haben dabei mit der Farbe der Umgebung gespielt, um die unterschiedlichen Handlungsorte zu betonen.

Reis Zimmer ist in weiß und blau gehalten, passend zu dem eher introvertierten jungen Mädchen.

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Sobald du dich allerdings nach Purgatory begibst, wird es sogar recht bunt. Wobei jedes Kapitel eine eigene Farbgebung hat. Im ersten Kapitel geht es über Blau nach Lila zu Pink.

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Im zweiten Kapitel ist es dann eher Orange und Rot.

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Anhand der Farben lässt sich auch gut erkennen, wie tief man schon in Purgatory vorgedrungen ist. Je tiefer man kommt, desto düsterer wird es.

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Angefangen vom Wohnort über eine Uni hin zu einem Gefängnis. Du kannst also gespannt sein, an welche Orte es dich noch verschlägt, auf deiner Reise in die Untiefen von Purgatory.

Die Cutscenes der Rückblenden fallen etwas aus dem Rahmen. Diese bestehen aus einem skizzenhaften Bild, bei dem der gesprochenen Text eingefügt wird.

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Ansonsten gibt es kaum Cutscenes, da hier nur eine Unterhaltung der Charaktere stattfindet. Dabei wird der Text, mit einem 2D-Bild des Charakters, der gerade spricht, eingeblendet.

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Nicht nur die farbliche Gestaltung passt sich der Umgebung an. Auch die Hintergrundmusik ist immer passend gestaltet. In Reis Zimmer werden leise, beruhigende Töne angeschlagen. Wohingegen du in Purgatory gerade in Kapitel Drei eine doch eher unheimliche Musik zu hören bekommst. Sollte dir die Musik eines Ortes in Purgatory besonders gefallen, kannst du in Reis Zimmer den Soundtrack anhören. Diesen findest du im bereits erwähnten Album.

Der Titelsong „Can Cry“ ist komponiert und gesungen von Nagi Yanagi. Ihre Musik fand unteranderem Einzug in den Anime „Seraph of the End“.

Nicht nur die Musik trägt zur Atmosphäre in Crystar bei. Auch die Synchronsprecher verleihen den Figuren die nötige Tiefe und bringen deren Gefühle sehr gut zum Ausdruck. Crystar bringt dabei zwei Sprachausgaben mit, Japanisch und Englisch.

Besetzung Japanisch

CharakterSynchronsprecher
Rei Hatada Reina Kondo
Mirai Hatada Sayaka Senbongi
Heraclitus Jōji Nakata
AnamnesisKikuko Inoue
MephisShiori Izawa
Pheles Rika Tachibana
Kokoro Fudoji Yuka Iguchi
777 Sumire Morohoshi
Yuri Minano Aimi Tanaka

Besetzung Englisch

CharakterSynchronsprecher
Rei Hatada Brianna Knickerbocker
Mirai Hatada Michelle Marie
Heraclitus Armen Taylor
Anamnesis Laura Post
Mephis Cassandra Lee Morris
Pheles Jackie Lastra
Kokoro Fudoji Skyler Davenport
777 Kayli Mills
Yuri Minano Xanthe Huynh

Fazit

Unserer Meinung nach ist Crystar ein tolles Spiel mit einer interessanten Story. Auch wenn es die eine oder andere Schwäche aufweist. Zu erwähnen sei hier, dass man die vergrößerte Mini-Map, je nach Hintergrund, mal besser mal schlechter zu sehen ist. Hier hätten die Entwickler sie eindeutig besser hervorheben können.

Auch das Farming kann auf Dauer Nerven kosten. Da man immer irgendeine Komponente zu wenig hat. Sobald man die Ausrüstung verbessern möchte, muss man vorherige Ordeals wiederholen – und das nicht nur einmal. Irgendwann ist man als Spieler eben an dem Punkt, wo bessere Ausrüstung benötigt wird, da die Gegner sonst zu stark sind. Allerdings gibt es dennoch zwei Dinge, die das Ganze wieder etwas erträglicher machen. Die Kämpferinnen werden so ebenfalls gelevelt. Und den Monster-Drops muss nicht hinterhergerannt werden. Diese werden automatisch angezogen, sobald man in der Nähe ist.

Jeder, der Action-RPGS mag, sollte einen Blick auf dieses Spiel werfen. Besonders die Story mit der Fragestellung „Wie weit würdest du gehen, um einen geliebten Menschen zu retten?“ ist nicht zu verachten.

Etwas, dass dieses Spiel zusätzlich attraktiv macht, ist der Zugriff auf die Tutorials sowie das Glossar. Dadurch findet man sich, sogar nach einer längeren Spielpause, wieder schnell in das Spielgeschehen ein.

Mein ganz persönliches Fazit

Für mich war Crystar eine echte Überraschung. Als ich den Trailer zu dem Spiel sah, war ich wirklich skeptisch, ob das Spiel etwas für mich ist und ich überhaupt eine Review dazu verfassen kann. Wie du siehst, konnte ich etwas schreiben. Nicht nur das, mir hat es sogar sehr gut gefallen. Die Story und die Hauptfigur haben mich fast sofort gefesselt. Ich habe es sogar geschafft Skills herauszufinden, bevor das Tutorial sie mir erklärt hat. Zwar nervt das Farming etwas, doch wenn man etwas Dampf ablassen möchte, ist es genau das Richtige. Einfach ein paar „Monster“ verhauen und schon hat man sich beruhigt.

Normalerweise würde ich jetzt schreiben „man sieht sich in Purgatory“, aber das würde bedeuteten, dass du gestorben bist. Dann doch lieber: Bis zur nächsten Review.

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