Review: Bundle Fallen Legion: Rise to Glory / Fallen Legion Revenants

Lebe mit den Konsequenzen deiner Entscheidungen

Original Titel:

Fallen Legion: Rise to Glory / Fallen Legion Revenants

System:

PlayStation 5 |

Release:

26 August 2022 |

Spieler:

1

In einer Welt, in der es kein richtig oder falsch zu geben scheint, ist es nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen. Welchen Weg soll ich wählen? Diese Fragen stellt man sich beim Spielen von Fallen Legion des Öfteren. Meistens wählt man das kleiner Übel.

Fallen Legion: Rise of Glory vereint gleich zwei Spiele – Fallen Legion: Sins of an Empire und Fallen Legion: Flames of Rebellion. In Fenumia herrscht Krieg und inmitten dieser Krise stirbt der Kaiser. Als Spieler steht man vor der Entscheidung, ob der Weg von Prinzessin Cecille oder der von Legatus Leander gewählt wird.

Beim Anspielen habe ich mich für den Weg von Prinzessin Cecille entschieden. Diese erfährt an der Front von dem Tod ihres Vaters und erhält als Erbstück ein mystisches Buch. Dieses Buch stellt sich als Grimoire vor und ist alles andere als respektvoll gegenüber der Prinzessin. Einst diente er ihrem Vater und nun ihr. Cecille hat wenig Lust in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten, entscheidet sich aber dennoch dafür, in die Hauptstadt zu reisen. Immerhin möchte sie ihrem Vater die letzte Ehre erweisen. Leider erfuhren auch die Rebellen unter der Führung von Legatus Laendur von dem Tod des Kaisers. Diese versuchen nun die Prinzessin gefangen zu nehmen. Cecille hat es auf ihrem Weg also nicht nur mit Monstern, sondern auch mit menschlichem Gegner zu tu. Glücklicherweise erhielt sie durch Grimoire die Macht, sogenannte Exemplare, gefallen Krieger, zu beschwören und für sich Kämpfen zu lassen. Wird sie den Weg bis nach Hause schaffen und ihr Königreich retten können?

Fallen Legion Revenants ist der dritte Teil der Fallen Legions-Reihe. In der Welt von Fallen Legions Revenants schwebt Schloss Welkin hoch am Himmel. Die Bewohner des Schlosses leben in trügerischer Sicherheit. Vor den Gefahren, die mittlerweile am Boden lauern, sind sie zwar geschützt, jedoch nicht vor dem tyrannischen Herrscher, Ivor. Ivor schreckt vor nichts zurück. Wenn ihm jemand ein Dorn im Auge ist, landet dieser kurzerhand im Gefängnis, oder wird hingerichtet. Letzteres widerfuhr Rowena, einst Kanzlerin von Welkin. Durch eine Intrige Ivors fand sie den Tod und nun sinnst sie auf Rache – sie wurde zu einem Revenant, einem Wiedergänger. Unterstützung findet sie bei Lucien, einem aufstrebenden jungen Politiker und Teil des Rates von Welkin. Ziel der beiden ist es Ivor zu stürzen. Während Lucien im Schloss agiert, um die Entscheidungen des Rates in gewisse Bahnen zu lenken, kämpft Rowena im verwüsteten Land unterhalb des Schlosses. Die normale Bevölkerung wird von Miasmaströmen bedroht, die diese erkranken und schließlich zu wilden Bestien werden lassen. Von dem einst fruchtbaren Land ist nichts mehr übriggeblieben. In den Kämpfen gegen die Gegner wird Rowena von Exemplaren unterstützt, Kämpfer die mittels antiker Waffen wiederbelebt wurden.

Aber auch Lucien muss einiges an Kämpfen austragen, denn der Rat ist zerstritten und korrupt. Jeder versucht den anderen, mit Bestechung oder Erpressung auf seine Seite zu ziehen. Werden es die beiden schaffen, Ivor zu stürzen?

Welche Entscheidung soll ich wählen?

Das Spielprinzip ist bei beiden Spielen gleich. Während der Stages laufen die Kämpfer automatisch von links nach rechts und treffen während dessen auf Gegner. Im Kampf muss man strategisch vorgehen, auch wenn am Anfang noch Simples draufhauen genügt. Es gibt jedoch im späteren Verlauf Kämpfe, da wird aktives Blocken benötigt, da es sonst viel zu lange dauert, bis der Schild des Gegners gebrochen ist. Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab und jeder hat seine eigene Taste für den Angriff. Über den Kämpfern ist eine Anzeige, die zeigt, wenn diese Angreifen können oder auch, wann die Spezial-Attacke bereit ist. Mit dem richtigen Timing, gelegentlichem Tauschen und aktives Blocken, schafft man es, sich erfolgreich durch die Gegnerhorden zu kämpfen.

In Rise of Glory wird man auf dem Weg manchmal mit Entscheidungen konfrontiert, die die Politik des Königreiches betreffen. Beispielsweise hat ein Herrscher des Nachbarreiches eine neue Schatzkammer erbaut, Cecille muss nun entscheiden, ob sie nur zur Erbauung gratuliert, oder gar anreist, um sie zu besichtigen. Je nach Entscheidung erhält man bestimmte Boni für den weiteren Kampf, die jedoch nicht dauerhaft sind. Sie müssen mit jeder Stage neu erspielt werden.

In Revenats hingegen, werden solche Entscheidungen schon komplexer. So kann es passieren, dass Rowena Lucien fragt, welchen Weg er empfiehlt. Der Spieler erhält nun eine begrenzte Zeit, in der er mit Lucien die Antwort finden muss. Dazu kann mit anderen Figuren oder gar Bücher in der Bibliothek interagiert werden. Wenn die Zeit abgelaufen ist, wird Rowena ein Vorschlag unterbreitet. Jedoch kann der Spieler dann noch zusätzlich entscheiden, ob Rowena Lucien vertraut oder doch lieber den anderen Weg wählt. Beides kann sich sowohl positiv als auch negativ auf die Story auswirken. Eine Entscheidung kann dazu führen, dass zwar eine antike Waffe gefunden wird, allerdings können so auch wichtige Hinweise übersehen werden.

In mancher Sequenz muss sich Lucien mit dem Rat herumschlagen. Dabei versucht er Einfluss auf den Rat zu nehmen und dessen Entscheidungen zu manipulieren. In den Abstimmungen geht es meist nicht gerade zimperlich zu. Die Ratsmitglieder haben alle ihre festen Meinungen und Lucien muss sein ganzes Können aufwenden, um diese umzustimmen. Auch diese Ratsentscheidungen haben weiteren Einfluss auf das Spiel.

In Rise of Glory konnte man diese direkte Auswirkung der Entscheidungen nicht wirklich spüren. Aber man kann für beide Spiele sagen, ein richtig oder falsch gibt es nicht, nur die Entscheidungen, die gefällt werden und deren Konsequenzen.

Wenn eine Stage abgeschlossen wurde, wird meist die Story mit einer kleinen Text-Sequenz vorgesetzt. Hierbei kann man leider nicht selbst die Texte fortsetzen, dann diese auf Autoplay gestellt sind. Glücklicherweise kann jedoch die Geschwindigkeit eingestellt werden, so läuft man nicht Gefahr, etwas von der Story zu verpassen.

In den ruhigen Phasen zwischen den Stages können die Exemplare noch mit Gegenständen ausgerüstet werden, oder auch das Team gewechselt werden. So kann man verschiedene Möglichkeiten ausprobieren, bis man sein ideales Team gefunden hat.

Wunderschöne Zeichnungen mit musikalischer Untermalung

Die Grafik von beiden Spielen mag zwar etwas altmodisch wirken, jedoch haben die Entwickler liebe zum Detail gezeigt. Die Hintergründe sind wunderschön gezeichnet, fast wie auf einem Gemälde. Die Spielfiguren heben sich etwas ab vom Hintergrund, wirken aber nicht deplatziert. Auch die Figuren sind in schöner 2D-Grafik gehalten. Jedoch wirken diese in Rise of Glory noch etwas verpixelt, hingegen ist in Revenants die Animation schon etwas feiner und auch schärfer.

Der Soundtrack zu Rise of Glory besteht aus 20 Tracks und bietet zur Story die passende Untermalung. Jedoch sollte die Lautstärke etwas angepasst werden, da man sonst von den Umgebungsgeräuschen nicht mehr viel mitbekommt. Im Schloss hört man sehr schön die Schritte der Truppe, während man in der freien Natur auch mal Vögel zwitschern hören kann.

Der Soundtrack zu Revenants ist da schon etwas umfangreicher. Dieser bietet 28 Tracks plus 5 Bonus Songs. Viele Musikstücke sind in zwei Versionen vorhanden. Zur normalen Tonspur gibt es noch einen Welkin Mix. So wird der Soundtrack nicht langweilig und bietet je nach Umgebung die passende Untermalung. Aber auch die Umgebungsgeräusche wurden nicht vergessen. So kann man sehr schön hören, ob Lucien gerade über einen Steinboden läuft oder über Teppich. Leider gibt es in der Welt unterhalb des Schlosses keine Vögel mehr, denen man lauschen kann. Dafür andere, manchmal etwas Unheimliche, Geräusche.

Beide Spiele haben jedoch ein Problem, der Soundtrack ist nicht wirklich eingängig und gerät schnell in Vergessenheit.

Fazit

Insgesamt kann man sagen, dass Fallen Legion interessant ist. Besonders das Spielprinzip fälle eine Entscheidung und dann trage die Konsequenzen, hat uns sehr gefallen. Das Kampfsystem hingegen war doch etwas gewöhnungsbedürftig. Besonders die Bosskämpfe sind alles andere als einfach. Dies sollte man durchaus im Hinterkopf behalten. Etwas, dass man auch beachten sollte, die Spiele sind nur in Englisch verfügbar. Wer also kein Englisch kann, sollte, lieber die Finger davonlassen. Bei der Sprachausgabe kann zwischen Englisch und Japanisch gewählt werden.

Der Soundtrack hätte gern noch etwas eingängiger inklusive eines schönen Opening-Titels sein können. Aber vielleicht gibt es noch einen vierten Teil, wo dann dieser Wunsch erfüllt wird.

In Fallen Legion Revenants konnte zu Beginn des Spiels die Schwierigkeit eingestellt werden. Diese Option hätten wir uns bereits bei Fallen Legion: Rise of Glory gewünscht.

Abschließend lässt sich sagen, dass Fallen Legion durchaus seinen Reiz hat. Da es insgesamt über 20 verschiedene Enden geben soll, lohnt es sich, dieses Spiel erneut zu spielen, um verschiedene Wege zu erkunden. Langeweile kommt so schnell nicht auf. Allerdings gibt es nur einen Speicherstand. Es ist also nicht möglich, vor einer Entscheidung zu speichern, und so verschiede Wege zu erkunden. Ob dies nun positiv oder negativ ist, muss jeder für sich entscheiden.

Mein ganz persönliches Fazit

Fallen Legion sah im Trailer interessant aus. Umso enttäuschter war ich als dann bei Fallen Legion: Rise of Glory an einem Dead End ankam. Egal, was ich versucht habe, ich konnte diesen Boss nicht besiegen. Es war frustrierend und ich habe es schnell aufgegeben.

Glücklicherweise konnte es Fallen Legion Revenants etwas retten. Hier geriet ich nicht so schnell an einen unbesiegbaren Boss. Dafür jedoch an einen den ich dreimal besiegen musste, bevor er endgültig geschlagen war.

Etwas, das ich bei Revenants sehr schade finde, ist Rowenas misslungener Abgang, wenn sie nach einem Treffen mit Lucien wieder verschwand. Rowena schnippst, es erscheint eine Rauchwolke und normalerweise sollte sie dann verschwunden sein. Doch nachdem der Rauch sich lichtet, ist Rowena immer noch zu sehen. Erst nach ein paar Sekunden verschwindet sie. Dies hätte man wirklich besser machen können.

Ob ich Rise of Glory noch eine Chance gebe, weiß ich nicht, aber Revenants werde ich bestimmt noch etwas weiterspielen.

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