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Japan will den Schmerz steigender Preise lindern

45,6-Milliarden-Euro-Paket zur Entlastung der Haushalte vorgestellt

Am Dienstag hat Japan ein Wirtschaftspaket in Höhe von ungefähr 45,6 Milliarden Euro (48 Milliarden US-Dollar) vorgestellt. Dieses beinhaltet Hilfe für Familie mit niedrigen Einkommen, um die Auswirkungen der steigenden Preise und Energiekosten abzufedern.

„Wir müssen um jeden Preis vermeiden, dass steigende Öl- und Preissteigerungen unsere Bemühungen um die Erholung der wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten von der Coronavirus-Pandemie sabotieren“, sagte Premierminister Fumio Kishida bei der Enthüllung des ungefähr 45,8-Milliarden-Euro-Pakets (6,2-Billionen-Yen-Pakets).

Die steigenden Energiekosten im Zusammen mit der russischen Invasion der Ukraine und andere Preiserhöhungen pressen japanische Verbraucher und Unternehmen aus. Die Entscheidung, mehr Gelder freizugeben, kommt vor den Parlamentswahlen im Juli.

Herzstück des Pakets ist der Plan, Bargeld in Höhe von ungefähr 370 Euro (50.000 Yen) pro Kind an Haushalte mit geringem Einkommen zu verteilen. Es wird auch erwartet, dass auch weitere Maßnahmen enthalten sind z.B. erweiterte Kraftstoffsubventionen und die Verlängerung eines zinslosen Darlehensprogramms.

Die Ausgaben werden durch die Nutzung von Reservemitteln finanziert, die für Notausgaben vorgesehen sind, und mit Geldern aus anderen Haushalten, die bereits in diesem Jahr zusammengestellt wurden. Das macht es „irreführend“, das gesamte Paket als neue Ausgaben zu bezeichnen, erklärt Takahide Kiuchi, leitender Ökonom am Nomura Research Institute, in einer Notiz.

Einige Analysten warnen, dass das Paket eine relative kleine Wirkung haben könnte, da die Maßnahmen kurzfristig sind. Es wird nur eine relativ geringe Anzahl an Haushalten erreicht.

Kiuchi schätz, dass es das BIP um 0,06 Prozent stützen wird. Japans Regierung währenddessen sagt, dass die staatlichen Mittel gepaart mit Investitonen aus dem privaten Sektor eine wirtschaftliche Auswirkung von ungefähr 97.4 Milliarden Euro (13,2 Billonen Yen) haben werden.

Japans Kernverbraucherpreise stiegen im März so schnell wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Obwohl der Anstieg von 0,8 Prozent im Jahresvergleich in vielen anderen entwickelten Volkswirtschaften weit unter der Inflation bleibt.

Es liegt auch deutlich unter dem Ziel von 2,0 Prozent, das als notwendig angesehen wird, um die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt anzukurbeln.

Das Paket kommt mit einer Abschwächung des Yen gegenüber dem Dollar auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren, da sich die Kluft zwischen Japans ultralockerer Geldpolitik und der Straffung der USA öffnet.

Obwohl die schwache Währung die japanischen Exporteure zugutekommt, gibt sie  Anlass zur Sorge angesichts Japans Abhängigkeit von Energieimporten, dennoch hat die Regierung bisher eine direkte Intervention ausgeschlossen.

Quelle:
2022 AFP

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