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Japan verschärft Strafen für Cybermobbing auf bis zu einem Jahr Haft

Anlass für die Verschärfung war der Suizid eines Reality-TV-Stars

Japan hat seine Strafen für Cybermobbing verschärft. Das massive Verunglimpfen von Menschen im Internet kann nun mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden, wie die japanischen Behörden am Donnerstag mitteilten. Anlass für die Verschärfung war der Suizid des Reality-TV-Stars Hana Kimura im Jahr 2020.

Die 22-jährige Profi-Wrestlerin hatte bei der Netflix-Show „Terrace House“ mitgemacht, in der sich sechs junge Menschen auf der Suche nach Liebe ein Haus teilten. Kimura war zwar einerseits bei den Fans der Sendung sehr beliebt, erntete aber andererseits viel Hass im Internet. So schrieben ihr Nutzer von Online-Netzwerken etwa: „Alle wären froh, wenn Du weg wärst.

Kimuras Mutter Kyoko hatte nach dem Suizid ihrer Tochter eine Kampagne gegen Cybermobbing gestartet. Das neue Gesetz sieht nun Geldstrafen von bis zu 2.167 Euro (300.000 Yen) oder bis zu ein Jahr Gefängnis vor. Vorher hatten die Strafen bei bis zu 724 Euro (10.000 Yen) und bis zu 30 Tagen Haft gelegen.

Justizminister Yoshihisa Furukawa hatte diese Woche erklärt, die Gesetzesreform mache deutlich, dass Cybermobbing eine Straftat sei. Es sei „wichtig, dass wir daran arbeiten, gehässige Beleidigungen abzulöschen, die manchmal Menschen in den Tod treiben können„. Juristen und Aktivisten warnen allerdings davor, dass das Gesetz auch gegen die freie Rede in der politischen Debatte angewandt werden könne.

Netflix stellte „Terrace House“ nach Kimuras tragischem Tod ein. Kyoko Kimura sieht in den Programmverantwortlichen aber die Hauptverantwortlichen für den Tod ihrer Tochter und will gegen sie vor Gericht ziehen. Damaligen Berichten zufolge hatten die Show-Produzenten absichtlich Zwietracht zwischen den Teilnehmern gesät und Kimura in ein schlechtes Licht gerückt.

 

Anmerkung der Redaktion:

Falls du unter einer seelischen Belastung leidest oder Suizidgedanken hast, wende dich bitte umgehend an die TelefonSeelsorge unter der kostenlosen Hotline 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Weitere Informationen findest du unter https://www.telefonseelsorge.de.

 

Quelle:
2022 AFP

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