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Verhaftungen wegen Sushi-Terror

Videos der Streiche gingen Viral

In Japan wurden drei Personen wegen unhygienischer Streiche in einem Sushi-Restaurant mit Fließband verhaftet. Die Aufnahmen ihrer Streiche – die als „Sushi-Terror“ bezeichnet wurden – sorgten im Internet für Empörung.

Videos der „Streiche“ gingen Viral

Die Polizei beschuldigte das junge Trio, den Geschäftsbetrieb der großen Restaurantkette Kura Sushi behindern zu wollen, die mit Kundenbeschwerden bombardiert wurde, nachdem sich das Video im Internet verbreitet hatte.

In dem Clip ist zu sehen, wie ein Mitglied der Gruppe ein Stück Sushi von einem vorbeigehenden Teller nimmt, es in den Mund schiebt und dann Sojasauce direkt aus einer Gemeinschaftsflasche trinkt. Ähnliche Videos, die bei verschiedenen Ketten gedreht wurden, tauchten letzten Monat auf Plattformen wie Twitter und TikTok auf. Einige wurden offenbar bereits vor Wochen oder gar Jahren aufgenommen.

Andere unappetitliche Streiche bestanden darin, dass Kunden die Sushi-Stücke mit einem frisch abgeleckten Finger berührten als diese vorbeifuhren oder am Rand einer Teetasse saugten, bevor sie diese wieder in ein Regal stellten.

Jugendliche im Alter zwischen 15 und 21 verhaftet

Die örtliche Polizei teilte der AFP am Donnerstag mit, dass drei Personen aus der zentralen Region Aichi verhaftet wurden.

Ein Polizeisprecher sagte, der 21-jährige Ryoga Yoshino und ein ungenanntes 15-jähriges Mädchen seien am Mittwoch verhaftet worden. Das dritte Mitglied der Gruppe, ein 19-jähriger Mann, dessen Identität ebenfalls nicht bekannt gegeben wurde, ist bereits im vergangenen Monat festgenommen worden.

Es wird angenommen, dass die Verhaftungen die ersten in der Saga sind, die in Japan, einem Land mit bekanntlich hohen Sauberkeitsstandards, für Aufruhr sorgte.

Bisher keine Anklageerhebung

Das Verhalten der Gruppe zwang die Angestellten von Kura Sushi zu einer Notreinigung, die „den normalen Geschäftsbetrieb erschwerte„, so der Polizeisprecher weiter.

Es wurde zwar noch keine Anklage erhoben, aber „gewaltsame Behinderung des Geschäftsbetriebs“ kann nach japanischem Recht mit harten Strafen geahndet werden – einschließlich einer möglichen dreijährigen Gefängnisstrafe.

Das Unternehmen, das Kura Sushi betreibt und über fast 500 Filialen in Japan verfügt, begrüßte die Verhaftungen in einem Statement.

„Wir hoffen aufrichtig, dass die Verhaftungen das Bewusstsein in der Gesellschaft dafür schärfen, dass diese Streiche, die unser auf einem Vertrauensverhältnis zu den Kunden basierendes System grundlegend untergraben, ein Verbrechen sind und dass es in Zukunft keine Nachahmungstaten mehr geben wird“, so das Unternehmen.

Zu den anderen Ketten, die von der Serie von Vorfällen betroffen sind, gehört Sushiro. Die Aktien stürzten im vergangenen Monat ab, nachdem ein Video gezeigt hatte, wie ein offenbar jugendlicher Kunde den Deckel einer gemeinsam genutzten Sojasaucenflasche in einem der Geschäfte ableckte.

„Das ist widerlich“, schrieb damals ein japanischer Twitter-Nutzer, und ein anderer fügte hinzu: „Ich kann nicht mehr in Sushi-Restaurants mit Fließband gehen.“

Quelle:
2023 AFP

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